Goldene Bitcoin-Münze, deren Geld in ein leuchtendes KI-Gehirn strömt, dahinter ein fallender Kurschart
Bitcoin-Münze und KI-Gehirn vor fallendem Kurschart / KI-Symbolbild

KI-Milliarden statt Bitcoin? – Kurs rutscht nach Anthropic-Börsenantrag unter 80.000 Dollar

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Während an der Wall Street die nächste Runde des KI-Booms eingeläutet wird, rutscht Bitcoin am Montagabend wieder unter die Marke von 80.000 US-Dollar. Der KI-Entwickler Anthropic hat seinen Börsengang beantragt, und Meta kündigte am selben Tag eine Kapitalerhöhung von bis zu 95 Milliarden Dollar an. Für Krypto-Anleger stellt sich damit eine unbequeme Frage: Konkurriert Bitcoin gerade mit der KI-Branche um dasselbe Geld?

Bitcoin fällt unter 80.000 Dollar

Laut CoinGecko kostete Bitcoin am 26. Oktober gegen 22:00 Uhr Berliner Zeit rund 79.755 US-Dollar, umgerechnet etwa 71.370 Euro. Das entsprach einem Minus von rund 0,8 Prozent binnen 24 Stunden. In diesem Zeitraum schwankte der Kurs zwischen etwa 79.332 und 80.680 Dollar. Ethereum lag bei rund 2.304 Dollar und verlor auf Tagessicht etwa 1,7 Prozent. Die Angaben sind Momentaufnahmen und können sich schnell ändern.

Anthropic und Meta sammeln Milliarden für KI

Den Ton setzten am Montag zwei Nachrichten aus der Tech-Welt. Anthropic hat bei der US-Börsenaufsicht SEC den Antrag für seinen Börsengang eingereicht, wie das Unternehmen selbst mitteilte. Dieses Formular heißt „S-1“: Darin muss ein Unternehmen vor dem Gang an die Börse seine Geschäftszahlen und Risiken offenlegen. Die Aktie soll an der Nasdaq unter dem Kürzel „ANT“ gehandelt werden. Preisspanne und Zahl der Aktien stehen noch nicht fest. Laut CoinDesk wies Anthropic im ersten Halbjahr einen Umsatz von 16,3 Milliarden Dollar aus, nach 1,2 Milliarden ein Jahr zuvor. Frühere Berichte nannten ein mögliches Emissionsvolumen von bis zu 100 Milliarden Dollar, bestätigt ist das nicht.

Fast zeitgleich kündigte Meta an, rund 35 Milliarden Dollar über neue Stamm- und Vorzugsaktien einzusammeln. Weitere 60 Milliarden Dollar sollen nach und nach über die Börse platziert werden. Das Geld soll in den Ausbau von KI fließen. CoinDesk rechnete vor, dass damit rund 200 Milliarden Dollar Kapital in den KI-Boom gelenkt werden könnten, Geld, das nicht in Bitcoin fließt. Bitcoin rutschte kurz nach den Ankündigungen auf etwa 79.700 Dollar.

Warum das für Krypto-Anleger wichtig ist

Große Börsengänge und Kapitalerhöhungen binden Geld von Investoren. Wer Aktien von Anthropic oder Meta zeichnen will, muss dafür oft an anderer Stelle verkaufen. Ob dabei tatsächlich Bitcoin abgestoßen wird, lässt sich aus den Kursdaten allerdings nicht belegen. Klar ist nur, dass Bitcoin zuletzt häufig wie eine riskante Technologie-Anlage gehandelt wurde und stark auf die Stimmung an der Nasdaq reagiert.

Hinzu kommt der Zinsdruck. Die US-Notenbank Fed entscheidet am Mittwoch über den Leitzins. Laut CoinDesk sah das sogenannte FedWatch-Tool der US-Terminbörse CME am Montagmorgen eine Wahrscheinlichkeit von rund 90 Prozent für unveränderte Zinsen. Das Tool leitet aus den Geschäften von Profi-Händlern ab, womit der Markt bei der Zinsentscheidung rechnet. Händler achten vor allem darauf, ob Fed-Chef Kevin Warsh eine weitere Erhöhung im Dezember andeutet. Höhere Zinsen machen Anlagen ohne laufenden Ertrag wie Bitcoin tendenziell weniger attraktiv.

Es gibt auch Gegenstimmen

Nicht alle Beobachter sehen schwarz. Der Vermögensverwalter Galaxy Digital erklärte in einem am Montag veröffentlichten Bericht, der Bärenmarkt sei bereits im Juni zu Ende gegangen, wie CoinDesk berichtet. Galaxy-Forschungschef Alex Thorn hält eine Rückkehr auf mindestens 125.000 Dollar für möglich. Als Warnsignal nennt er allerdings ein nachhaltiges Abrutschen unter 76.540 Dollar. Eine Prognose ist das keine Gewissheit, sondern die Einschätzung eines einzelnen Marktteilnehmers.

Was Anleger jetzt beobachten sollten

Kurzfristig dürften drei Termine den Markt bestimmen: die Fed-Entscheidung am Mittwoch, die Quartalszahlen großer Tech-Konzerne wie Microsoft und Amazon in dieser Woche sowie die weitere Entwicklung des KI-Börsengangs. Wichtig ist auch, ob Bitcoin sich wieder stabil über 80.000 Dollar halten kann oder ob der Kurs Richtung der von Galaxy genannten Schwelle fällt.

Wer in Euro rechnet, sollte zudem den Wechselkurs im Blick behalten. Hebelprodukte sind in einer solchen Phase besonders riskant, weil schon kleine Kursausschläge zur Zwangsschließung von Positionen führen können. Eine einzelne Tagesbewegung ist kein Kauf- oder Verkaufssignal.


Quellen

Disclaimer

Keine Anlageberatung: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Kryptowährungen können erhebliche Verluste verursachen.

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