Musk-Prognose sorgt für Furore: Bitcoin-Guru sagt massive Investition des Tesla-Chefs voraus

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Samson Mow, Gründer des Bitcoin-Unternehmens Jan3 und Szene-Insider, hat eine gewagte These in den Raum gestellt: Elon Musk soll 2026 massiv in Bitcoin einsteigen. Die Ankündigung des selbsternannten Krypto-Experten sorgt für Aufsehen, doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich vor allem eins – heiße Luft statt belastbare Fakten, wie BTC-ECHO berichtet.

In einem X-Beitrag präsentierte Mow seine Vorhersagen für das laufende Jahr. Neben astronomischen Bitcoin-Kursprognosen von 1,33 Millionen US-Dollar findet sich dort auch die Behauptung, Musk werde „hart in BTC gehen“. Konkrete Zahlen, Zeitangaben oder auch nur Indizien? Fehlanzeige. Stattdessen serviert Mow der Krypto-Community eine Portion Spekulationen, die bestenfalls als optimistisch bezeichnet werden können.

Die Vergangenheit spricht eine andere Sprache. Tesla stoppte bereits im Mai 2021 die Bitcoin-Zahlungen – angeblich aus Umweltschutzgründen. Ein Jahr später verkaufte der E-Auto-Hersteller dann drei Viertel seiner Bitcoin-Bestände. Von einer konsequenten Bitcoin-Strategie kann bei Musk also keine Rede sein. Vielmehr zeigt sein bisheriger Umgang mit Kryptowährungen ein Muster opportunistischer Kursmanöver, die vor allem eines fördern: mediale Aufmerksamkeit.

Dass ausgerechnet Mow nun einen Sinneswandel bei Musk prophezeit, wirkt reichlich gewagt. Der Jan3-Gründer ist bekannt für seine kühnen Prognosen, weniger allerdings für deren Eintreffen. Auf kritische Nachfragen zu früheren Fehleinschätzungen reagiert er dünnhäutig: Man solle sich nicht mit der Vergangenheit aufhalten, sondern nach vorne blicken. Eine bequeme Haltung für jemanden, der regelmäßig Vorhersagen trifft.

Belege für einen strategischen Kurswechsel bei Tesla oder Musk gibt es nicht. Keine Andeutungen in Quartalsberichten, keine entsprechenden Signale aus dem Unternehmen. Was bleibt, ist die Spekulation eines Brancheninsiders, der möglicherweise vor allem das eigene Geschäft im Blick hat.

Die Bitcoin-Community reagiert gespalten. Während eingefleischte Anhänger jede positive Äußerung dankbar aufgreifen, raten kritische Stimmen zur Vorsicht. Der Krypto-Markt hat in der Vergangenheit bereits genug unbegründete Hypes erlebt – viele davon gingen mit schmerzhaften Verlusten einher.

Mows weitere Prophezeiungen für 2026 lesen sich wie das Wunschdenken eines überzeugten Bitcoin-Maximalisten: Mindestens ein Land soll Bitcoin-Anleihen herausgeben, die MicroStrategy-Aktie auf 5.000 Dollar steigen und Bitcoin sämtliche Edelmetalle outperformen. Ambitioniert, aber kaum mehr als das.

Dass ausgerechnet Elon Musk, der in den vergangenen Jahren eher durch seine Dogecoin-Begeisterung aufgefallen ist, plötzlich zum Bitcoin-Investor werden soll, erscheint fragwürdig. Seine vergangenen Äußerungen zum Energieverbrauch von Bitcoin lassen sich nicht einfach wegwischen – zumindest nicht ohne glaubwürdige Begründung.

Die Geschichte zeigt: Prognosen im Krypto-Bereich sind meist das digitale Papier nicht wert, auf dem sie nicht geschrieben werden. Mows Vorhersage reiht sich ein in eine lange Liste von Spekulationen, die am Ende vor allem eines bewirken – Aufmerksamkeit für denjenigen, der sie äußert. Ob Musk tatsächlich 2026 in Bitcoin investiert, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlicher ist, dass diese Prognose in einem Jahr genauso vergessen sein wird wie die vielen anderen unbewiesenen Behauptungen zuvor.

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