Anonyme Marktteilnehmer betreten an einem trüben Nachmittag ein Börsengebäude
Anleger am Eingang einer europäischen Börse / KI-Symbolbild

Bitcoin um 80.000 Dollar – Kryptomarkt wartet auf die Fed

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Bitcoin ringt am Montag weiter mit der Marke von 80.000 US-Dollar. Die großen Kryptowährungen zeigen vor der US-Zinsentscheidung kein einheitliches Bild. Ethereum liegt schwächer als Bitcoin, während Solana auf Tagessicht leicht zulegt. Für Anleger ist das mehr als eine Frage runder Kursmarken. Nach einer schwachen Vorwoche entscheidet sich, ob die aktuelle Stabilisierung von breiter Nachfrage getragen wird oder nur eine kurze Pause im Rückgang ist.

Bitcoin stabilisiert sich nach einer schwachen Woche

Laut CoinGecko lag Bitcoin am 26. Oktober gegen 13:55 Uhr Berliner Zeit bei rund 80.276 US-Dollar. Das entsprach einem Minus von etwa 0,1 Prozent binnen 24 Stunden und rund 2,4 Prozent binnen sieben Tagen. Ethereum notierte bei etwa 2.324 Dollar, auf Wochensicht rund 3,8 Prozent niedriger. Solana kostete ungefähr 101,55 Dollar und lag trotz eines Tagesplus von rund 0,6 Prozent über sieben Tage etwa 3,1 Prozent im Minus. Die Angaben sind Momentaufnahmen und können sich bis zur Veröffentlichung ändern.

Auch der Gesamtmarkt wirkt angeschlagen. CoinGecko bezifferte die gesamte Marktkapitalisierung auf rund 2,70 Billionen US-Dollar, etwa 2,9 Prozent unter dem Wert von 24 Stunden zuvor. Bitcoin vereinte knapp 59,5 Prozent des gesamten Marktwerts auf sich. Dieser hohe Anteil bedeutet, dass die Anleger weiterhin stark auf den größten Coin konzentriert sind. Eine nachhaltige Erholung des breiteren Altcoin-Marktes lässt sich daraus noch nicht ableiten.

Warum die Marktbreite für Anleger zählt

Eine leichte Erholung einzelner Altcoins kann eindrucksvoll aussehen, wenn sie von einem schwachen Ausgangsniveau startet. Solange Bitcoin einen immer größeren Teil der gesamten Marktkapitalisierung bindet, fehlt aber häufig die breite Risikobereitschaft für kleinere Projekte. Für deutsche Kleinanleger ist deshalb nicht nur der Kurs ihres Lieblingscoins wichtig. Sie sollten beobachten, ob Ethereum und andere liquide Kryptowährungen über mehrere Tage mitziehen und ob das Handelsvolumen die Bewegung stützt.

Die 24-Stunden-Umsätze lagen nach CoinGecko für Bitcoin bei ungefähr 20,8 Milliarden und für Ethereum bei rund 8,6 Milliarden US-Dollar. Solche Volumenzahlen belegen Handel, aber keine bestimmte Richtung künftiger Kurse. Außerdem unterscheiden sich Anbieter darin, welche Börsen und Handelspaare sie berücksichtigen. Eine einzelne Tageszahl sollte daher nicht als Kaufsignal missverstanden werden.

Die Fed wird zum nächsten Prüfstein

Die US-Notenbank hat ihre nächste Sitzung des Offenmarktausschusses für den 27. und 28. Oktober angesetzt. Eine Zinsentscheidung wird erst danach erwartet. Schon vorher können Erwartungen zu Inflation, Wachstum und künftigen Zinsschritten den Dollar, Anleiherenditen und riskante Anlagen bewegen. Bitcoin reagiert in solchen Phasen oft nicht allein auf Kryptonachrichten, sondern auch auf die allgemeine Risikoneigung der Finanzmärkte.

Daraus folgt keine einfache Regel wie „sinkende Zinsen gleich steigender Bitcoin“. Entscheidend ist, was Investoren vorher erwartet haben und wie sie die Begründung der Notenbank einordnen. Selbst eine Entscheidung, die auf den ersten Blick freundlich für Risikoanlagen wirkt, kann kurzfristig Verkäufe auslösen, wenn sie bereits im Kurs enthalten war. Umgekehrt kann schon eine weniger strenge Tonlage Erleichterung auslösen.

Was Kleinanleger jetzt prüfen sollten

Die Marke von 80.000 Dollar ist psychologisch auffällig, aber kein technisches Versprechen. Ein kurzes Überschreiten oder Unterschreiten liefert noch keinen verlässlichen Trend. Wer handelt, sollte deshalb die eigene Positionsgröße, mögliche Gebühren und einen Verlustfall vorab durchrechnen. Hebelprodukte erhöhen das Risiko, durch kurze Ausschläge aus einer Position gedrängt zu werden.

Für Anleger, die in Euro rechnen, kommt der Wechselkurs hinzu. Ein nahezu unveränderter Bitcoin-Preis in Dollar kann in Euro anders aussehen, wenn sich der Dollar bewegt. Ebenso können die von einer Handelsplattform angezeigten Kauf- und Verkaufskurse vom internationalen Referenzkurs abweichen. Der maßgebliche Betrag ist der tatsächlich ausführbare Preis einschließlich Spread und Gebühren.

Bis zur Fed-Entscheidung bleibt der Markt anfällig für schnelle Richtungswechsel. Die aktuelle Lage spricht für Aufmerksamkeit, nicht für Gewissheit. Belastbarer als eine einzelne Kursmarke wären mehrere Tage stabiler Preise, eine breitere Beteiligung großer Kryptowährungen und nachvollziehbares Handelsvolumen. Bleiben diese Signale aus, kann die scheinbare Beruhigung rasch wieder kippen.


Quellen

Disclaimer

Keine Anlageberatung: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Kryptowährungen können erhebliche Verluste verursachen.

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