Besucher einer Kryptokonferenz reagieren auf eine steil ansteigende abstrakte Kurslinie
Publikum reagiert auf einen plötzlichen Kurssprung bei einer Kryptokonferenz / KI-Symbolbild

Krypto um 9: Trump deutet Bitcoin-Käufe an, XRP durchbricht die Bärenmarkt-Trendlinie

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Der Kryptomarkt bleibt auch am Freitagmorgen in Feierlaune. Bitcoin hält sich laut CoinGecko weiter über der Marke von 70.000 Dollar, nachdem er am Donnerstag aus der wochenlangen Seitwärtsspanne um 64.000 Dollar ausgebrochen war. Den größten Sprung macht aber nicht Bitcoin, sondern XRP: Der Ripple-Token legte binnen 24 Stunden je nach Datenquelle zwischen 18 und rund 25 Prozent zu und durchbrach damit erstmals seit Monaten seine langfristige Abwärtstrendlinie.

Ausgangspunkt der Bewegung war der Krypto-Gipfel im Weißen Haus am Mittwoch, über den Coinzeitung bereits vorab berichtet hatte. Am Folgetag legte Präsident Trump nach und sorgte für zusätzlichen Rückenwind, allerdings vorsichtiger, als es viral geteilte Kurzmeldungen zunächst suggerierten.

Was Trump wirklich gesagt hat

Auf die Frage, ob die US-Regierung plane, größere Mengen Bitcoin anzuhäufen, wich Trump laut Cryptobriefing nicht aus, machte aber auch keine konkrete Zusage: „Es wurde darüber gesprochen. Es war sehr, sehr gut für den Dollar. Wenn Sie mit Empfehlungen kämen, würde ich sicher zuhören.“ Eine Summe oder ein Zeitplan wurde nicht genannt, und keine der großen Nachrichtenagenturen mit Journalisten vor Ort bestätigte die im Netz kursierende Version einer konkreten Kaufankündigung. Für Anleger heißt das: Ein Signal ja, eine belastbare Zusage nein.

Warum XRP stärker reagiert als der Rest des Marktes

Bei XRP kommen gleich mehrere Faktoren zusammen. Ripple-Chef Brad Garlinghouse saß mit am Tisch beim Weißen-Haus-Gipfel, zusammen mit SEC-Chef Paul Atkins und CFTC-Chef Mike Selig. Kurz darauf platzierte Ripple erfolgreich eine besicherte Anleihe über 275 Millionen Dollar, ein Signal für institutionelles Vertrauen. Hinzu kommt eine neue SEC-Ausnahmeregelung samt „Safe Harbor“, die grenzüberschreitende Hürden für bestimmte Token-Transaktionen abbaut. Laut The Crypto Basic kauften allein Adressen mit 1 bis 10 Millionen XRP an einem einzigen Tag rund 190 Millionen Token zusätzlich, ein deutliches Zeichen, dass hier nicht nur Kleinanleger unterwegs sind.

Die Regulierungsfront bleibt in Bewegung

Während der Clarity Act weiterhin im Senat feststeckt und eine Abstimmung frühestens im September ansteht, prescht die SEC selbst vor: Am 18. August legte die Behörde mit „Regulation Crypto Assets“ laut The Block erstmals einen eigenen, dauerhaften Regelrahmen für Kryptowerte vor, ein Zeichen dafür, dass die Behörde nicht länger auf den Kongress warten will. Parallel dazu endet ausgerechnet heute, am 21. August, die öffentliche Kommentierungsfrist für einen gemeinsamen Vorschlag von FinCEN, OCC, Fed, FDIC und NCUA, der Stablecoin-Emittenten künftig wie reguläre Finanzinstitute unter dem Bank Secrecy Act behandeln und zu vollständigen Kundenidentifizierungsprogrammen verpflichten würde.

Was das für deutsche Anleger bedeutet

Wer aus Deutschland auf XRP, Bitcoin oder Ethereum blickt, sollte die Wucht der Bewegung nicht mit einer gesicherten Wende verwechseln. Bitcoin notiert trotz des Sprungs über 70.000 Dollar noch immer rund 38 Prozent unter seinem Allzeithoch vom Oktober 2025, die aktuelle Rallye ist also in erster Linie eine Erholung in einem stark angeschlagenen Markt, kein Ausbruch auf neue Höchststände. Gerade bei XRP, wo ein Großteil des Anstiegs auf politische Ankündigungen und eine einzelne Anleiheplatzierung zurückgeht, gilt: Wer erst nach einem Tagesplus von 20 Prozent einsteigt, trägt ein deutlich höheres Risiko als jene, die schon vor dem Gipfel positioniert waren.

Entscheidend für die kommenden Wochen bleibt, ob der Senat den Clarity Act tatsächlich im September voranbringt oder die SEC mit ihrer eigenen Regulierung faktisch Fakten schafft, und ob aus Trumps vagen Andeutungen zu Bitcoin-Käufen irgendwann eine überprüfbare Entscheidung wird. Bis dahin bleibt die Rallye vor allem eines: stimmungsgetrieben.


Quellen

Disclaimer

Keine Anlageberatung: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information. Kryptowährungen sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Politische Ankündigungen und regulatorische Signale können kurzfristig zu starken Kursschwankungen führen.

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