Arbeiter dreht an einem Ventil eines Ölterminals, im Vordergrund liegt eine Bitcoin-Münze
Steigende Ölpreise erhöhen den Druck auf Bitcoin / KI-Symbolbild

Öl und Zinsen setzen Bitcoin unter Druck – das müssen Anleger heute wissen

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Bitcoin startet angeschlagen, aber nicht panisch in den Dienstag. Nach einem Rücksetzer bis in den Bereich von 82.500 Dollar erholte sich die größte Kryptowährung zuletzt wieder auf rund 84.000 Dollar. Für Anleger entscheidet sich nun, ob das lediglich eine kurze Verschnaufpause ist oder ob Öl, Zinsen und der starke Dollar eine neue Abwärtswelle auslösen.

Der Druck kommt von außen

Der wichtigste Belastungsfaktor liegt derzeit nicht im Kryptomarkt selbst. Rohöl verteuerte sich infolge der Spannungen zwischen den USA und Iran wieder deutlich. Brent-Öl kostete zeitweise mehr als 100 Dollar je Barrel. Ein hoher Ölpreis kann die Inflation antreiben und damit Hoffnungen auf sinkende Leitzinsen dämpfen.

Gleichzeitig stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf mehr als 5,2 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten. Sichere Anleihen werden dadurch für Investoren attraktiver. Bitcoin zahlt keine laufenden Zinsen und muss deshalb stärker um Kapital konkurrieren. Auch Aktien und Gold gerieten unter Druck, während der US-Dollar fester tendierte.

Altcoins trifft der Rücksetzer härter

Bitcoin hielt sich im Vergleich zum breiten Markt noch relativ robust. Der CoinDesk 100 verlor am Montag stärker als die Leitwährung. Besonders Titel, die zuvor kräftig gestiegen waren, gaben einen großen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Das ist ein bekanntes Muster in nervösen Phasen. Anleger reduzieren zuerst Positionen in kleineren und schwankungsanfälligeren Coins.

Auch am Dienstag bleibt die Lage uneinheitlich. Ether zeigte sich zeitweise etwas fester, während Solana, XRP und andere große Altcoins weiter unter Abgabedruck standen. Wer breit in Altcoins investiert ist, trägt deshalb aktuell ein höheres Schwankungsrisiko als ein Anleger mit Schwerpunkt auf Bitcoin.

ETF-Zuflüsse liefern ein Gegengewicht

Für die Käufer spricht, dass die Nachfrage über US-Bitcoin-ETFs zuletzt kräftig anzog. In der vergangenen Woche flossen nach Marktangaben rund 2,4 Milliarden Dollar in diese Produkte. Zudem ging das offene Interesse am Terminmarkt zurück. Das deutet darauf hin, dass viele gehebelte Positionen bereits geschlossen wurden und der Markt nicht überall überhitzt ist.

Die Unterstützung durch institutionelle Käufer schützt jedoch nicht vor kurzfristigen Ausschlägen. Schon neue Meldungen zum Iran-Konflikt können Öl, Anleiherenditen und Bitcoin binnen Minuten bewegen. Dazu kommen in dieser Woche wichtige US-Konjunkturdaten. Am Mittwoch steht der von der US-Notenbank besonders beachtete PCE-Inflationsindikator an, am Freitag folgt der Arbeitsmarktbericht.

Diese Marken sind für Kleinanleger wichtig

  • 82.000 bis 83.000 Dollar bilden die erste wichtige Stützzone. Ein klarer Bruch könnte den Bereich um 80.000 Dollar in den Blick rücken.
  • 84.000 bis 85.000 Dollar sind die unmittelbare Hürde. Eine Rückkehr darüber würde die Lage kurzfristig entspannen.
  • 87.000 Dollar markieren ungefähr das jüngste Hoch. Erst oberhalb davon hätten die Käufer wieder deutlich mehr Kontrolle.

Was Anfänger jetzt beachten sollten

Ein volatiler Marktstart ist kein guter Zeitpunkt für hektische Entscheidungen. Anfänger sollten nicht versuchen, das exakte Tagestief zu treffen. Wer langfristig investieren will, kann einen vorgesehenen Betrag auf mehrere Käufe verteilen. Stopps und Positionsgrößen sollten so gewählt werden, dass ein schneller Kursrutsch nicht zu einem erzwungenen Verkauf führt.

Besondere Vorsicht gilt bei gehebelten Produkten. Die derzeitigen Bewegungen werden stark von politischen Schlagzeilen und Zinsdaten bestimmt. Selbst eine richtige langfristige Einschätzung kann mit zu großem Hebel kurzfristig hohe Verluste verursachen. Bargeldreserven und ein klarer Anlagehorizont sind in dieser Lage oft wertvoller als eine Wette auf die nächste Stundenkerze.

Quellen

Disclaimer

Keine Anlageberatung: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information. Kryptowährungen sind hochriskant und können stark schwanken. Ein Totalverlust ist möglich.

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