Luftaufnahme eines dunklen Finanzdistrikts bei Dämmerung, eine leuchtend rote Lichtbahn zieht sich zwischen Wolkenkratzern unter einem dramatischen Himmel.
Finanzdistrikt bei Dämmerung mit roter Lichtbahn zwischen Wolkenkratzern / KI-Symbolbild

Bitcoin unter 76.000 Dollar – Tech-Ausverkauf und Zwangsverkäufe für 1,1 Milliarden Dollar

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Die Erholung nach der US-Wahl war kurz. Bitcoin ist wieder unter die Marke von 76.000 Dollar gerutscht und notierte am Freitag um 8:22 Uhr (Berliner Zeit) laut CoinGecko bei rund 75.400 Dollar (etwa 67.430 Euro) – ein Minus von gut 6 Prozent in 24 Stunden. Ether fiel noch stärker: rund 2.221 Dollar (etwa 1.987 Euro), minus etwa 8,4 Prozent. Solana und XRP gaben ebenfalls deutlich nach – Solana auf etwa 89,50 Dollar (−6,7 Prozent), XRP auf rund 1,19 Dollar (−etwa 9,5 Prozent).

Tech-Ausverkauf reißt Krypto mit

Auslöser war laut CoinDesk und The Block ein scharfer Ausverkauf bei US-Technologie- und KI-Aktien. Der Nasdaq Composite schloss am Donnerstag laut CoinDesk mit einem Minus von 5,5 Prozent – die schwächste Sitzung seit den Zoll-Turbulenzen vom April 2025. Der S&P 500 verlor etwa 4,3 Prozent, der Dow Jones rund 3,4 Prozent; Chipwerte brachen laut CoinDesk besonders hart ein. Anleger fürchten, dass der Ausbau von KI-Rechenzentren nach dem demokratischen Wahlsieg im Kongress langsamer vorankommt.

Bitcoin hatte am Mittwoch noch über 80.000 Dollar gelegen – getragen von Erleichterung nach dem Binance-Hack und von der Wahlklarheit. Diese Gewinne sind wieder weg. „Gestern war eine Erholungsrallye, die stark von Short-Covering in ein klar erwartetes Wahlergebnis getrieben war“, sagte Joshua Lim von FalconX zu CoinDesk. Carlos Guzman von GSR ergänzte, Anleger erwarteten nach den Midterms mehr politischen Widerstand gegen den Rechenzentrums-Ausbau.

Rund 1,1 Milliarden Dollar Zwangsverkäufe

Der Kursrutsch löste eine Welle von Zwangsverkäufen gehebelter Long-Positionen aus – also Wetten auf steigende Kurse mit geliehenem Geld, die die Börse zwangsweise schließt, wenn das Konto nicht mehr ausreicht. Nach Daten von CoinGlass, zitiert von The Block, wurden innerhalb von 24 Stunden Positionen im Wert von knapp 1,1 Milliarden Dollar geschlossen – betroffen waren etwa 211.000 Händler. Allein in einem Vier-Stunden-Fenster seien rund 880 Millionen Dollar liquidiert worden, darunter rund 819 Millionen Dollar Longs. Solche Zahlen stützen sich auf öffentlich sichtbare Börsendaten und können die tatsächliche Dimension unterschätzen.

Krypto-Aktien gerieten ebenfalls unter Druck: Strategy und Coinbase verloren laut The Block jeweils etwa 10 Prozent. Mining-Titel wie Bitdeer und Keel Infrastructure fielen um rund 20 Prozent.

Wintermute: nächste Marken bei 73.000 und 68.000

Die Handelsfirma Wintermute sieht den Mittwochs-Rebound als kurzlebigen Optimismus – ausgelöst durch den Binance-Hack, die Midterms und fallende Ölpreise –, nicht als Trendwende. OTC-Händler Jasper De Maere verwies laut The Block auf anhaltende makroökonomische Belastungen. Sollte die Schwäche anhalten, nennt Wintermute 73.000 und 68.000 Dollar als nächste Beobachtungsmarken; erst ein überzeugendes Halten über 80.000 Dollar würde die Firma wieder positiver stimmen. Mittelfristig bleibt De Maere dennoch „halbvoll“.

Politik und Ausblick

Mit demokratischen Mehrheiten in beiden Kongresskammern wird der Weg für krypto-freundliche Gesetze steiniger. Laut The Block erschwert die neue Mehrheitslage parteiübergreifende Fortschritte beim CLARITY Act – dem geplanten US-Regelwerk für den Kryptomarkt. Am Freitag stehen zudem US-Arbeitsmarktdaten für Oktober an; sie können die Risikobereitschaft an Aktien und Krypto erneut bewegen.

Was das für Anleger bedeutet

Kurzfristig dominiert wieder die Kopplung an Tech- und Risikoanlagen: Fällt der Nasdaq hart, folgt Bitcoin oft nach – verstärkt durch Hebelprodukte. Die Zone um 75.000 bis 76.000 Dollar ist die aktuelle Bewährungsprobe; darunter rücken 73.000 und 68.000 Dollar in den Blick. Wer die Erholung über 80.000 Dollar als Trendwechsel gelesen hatte, muss diese These vorerst zurückstellen. Für Anleger mit längerem Horizont zählen weiter Zinsen, Liquidität und institutionelle Nachfrage – nicht der Kurs einer einzelnen Sitzung.

Quellen

Keine Anlageberatung: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Kryptowährungen dar.

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