In einer leeren Rotunde führt eine geschwungene Treppe nach oben, während grünes Licht aus einem Kuppelfenster die Halle dramatisch ausleuchtet.
Rotunde mit Spiraltreppe unter grün leuchtendem Kuppelfenster / KI-Symbolbild

Bitcoin zurück über 80.000 Dollar – Erholung nach dem Demokraten-Sieg, CLARITY Act unter Druck

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Einen Tag nach dem Wahl-Schock kehrt die Ruhe zurück – zumindest an den Kursen. Bitcoin hat sich über die Marke von 80.000 Dollar zurückgekämpft, nachdem er am Mittwochmorgen kurz Richtung 75.700 Dollar gerutscht war. Am Donnerstag um 8:25 Uhr (Berliner Zeit) notierte Bitcoin laut CoinGecko bei rund 80.580 Dollar (etwa 71.600 Euro), ein Plus von gut 3 Prozent in 24 Stunden. Ether legte stärker zu: rund 2.426 Dollar (etwa 2.156 Euro), plus etwa 5,5 Prozent.

Erholung mit den Aktien – Ölpreis gibt nach

Der Anstieg folgt dem Muster der großen Märkte. Nachdem die Demokraten beide Kammern des US-Kongresses gewonnen hatten, drehten auch die Wall-Street-Indizes. Der S&P 500 gewann laut CoinDesk rund 1,6 Prozent, während der Dollar nachgab. Gleichzeitig fiel der Brent-Ölpreis am Mittwoch um mehr als 8 Prozent: Anleger wetten darauf, dass ein demokratisch kontrollierter Kongress den Druck erhöht, den Konflikt mit dem Iran zu beenden.

„Bitcoin hat sich im Gleichschritt mit den Aktien erholt, weil der Markt glaubt, dass der Iran-Konflikt und hohe Ölpreise eher zu Ende gehen“, sagte Jeff Mei, Betriebschef der Kryptobörse BTSE, zu CoinDesk. Bloomberg berichtet zudem, Bitcoin sei zwischenzeitlich über 81.000 Dollar gestiegen. Auch Krypto-Aktien legten zu: Strategy (ehemals MicroStrategy) um etwa 6,5 Prozent, Coinbase um rund 4 Prozent.

Politik: CLARITY Act wird schwerer

Die Erholung an den Kursen steht im Widerspruch zur politischen Lage für die Branche. Mit demokratischen Mehrheiten wird der Weg für krypto-freundliche Gesetze steiniger. Der CLARITY Act – das geplante Regelwerk für den US-Kryptomarkt – steckt ohnehin im Senat fest. „Der CLARITY Act in seiner heutigen Form wird voraussichtlich nicht durchkommen“, sagte Mei. Übernimmt der neue Kongress am 3. Januar 2027, droht eher eine Neuverhandlung als eine schnelle Verabschiedung.

Analysten sehen die Lage dennoch nüchterner als früher. Glassnode schreibt laut Bloomberg, Bitcoin sei heute stärker im klassischen Finanzsystem verankert – über Banken, Vermögensverwalter und ETFs. Ein Machtwechsel in Washington sei deshalb weniger bedrohlich als noch vor wenigen Jahren. Politische Blockaden könnten zudem die Renditen von US-Staatsanleihen drücken und riskantere Anlagen langfristig stützen.

ETFs: Nach drei Abfluss-Tagen wieder Zufluss

Nach drei Abfluss-Tagen kehrten die US-Spot-Bitcoin-ETFs, die echte Bitcoin halten, am 4. November zurück: Laut SoSoValue und Farside Investors flossen netto rund 75 Millionen Dollar zu – angeführt von Fidelitys FBTC, während BlackRocks IBIT weiter Geld abgab. Am 3. November hatten die Fonds noch rund 116 Millionen Dollar verloren; über die drei Abfluss-Sitzungen summierten sich die Abzüge auf etwa 1,16 Milliarden Dollar. Bei den Ether-ETFs meldeten Berichte für den 4. November rund 53 Millionen Dollar Zufluss, nachdem am 3. November noch Abflüsse um die 85 Millionen Dollar verzeichnet worden waren. Der Preis steigt also, während die Fondsströme gerade erst drehen. Dazu kommt der Nachhall des Binance-Hacks über 6,3 Milliarden Dollar von vergangener Woche.

Ether, Solana, XRP und Zcash

Neben Ether legten laut CoinGecko auch Solana auf rund 96 Dollar zu (plus etwa 3 Prozent) und XRP auf etwa 1,31 Dollar. BNB notierte bei rund 713 Dollar. Auffällig stark war Zcash, eine Kryptowährung mit verschlüsselten Zahlungen: CoinDesk meldete zeitweise ein Plus von rund 12 Prozent auf etwa 1.318 Dollar – vor dem Netzwerk-Update NU7, das die Zeit zwischen neuen Blöcken von 75 auf 25 Sekunden verkürzen soll. Am Donnerstagmorgen lag Zcash laut CoinGecko bei rund 1.312 Dollar.

Was das für Anleger bedeutet

Kurzfristig hat der Markt die Wahl-Unsicherheit abgehakt: Klarheit über die Mehrheiten genügt offenbar, um Käufer zurückzubringen – selbst wenn Gesetze für die Branche schwieriger werden. Ob die Erholung trägt, hängt vor allem davon ab, ob die ETF-Zuflüsse anhalten und Bitcoin nachhaltig über 80.000 Dollar hält. Marktberichte nennen rund 82.000 Dollar als nächste Widerstandszone; ein Rückfall unter 80.000 Dollar würde 78.000 und 76.000 Dollar wieder in den Fokus rücken. Wer auf klarere US-Regeln spekuliert, muss sich auf längere Verhandlungen einstellen. Für Anleger mit längerem Horizont zählt eher, dass Bitcoin inzwischen fester Teil des ETF- und Bankenuniversums ist – und damit weniger allein von Parteifarben abhängt.

Quellen

Keine Anlageberatung: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Kryptowährungen dar.

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