Eine schwere Stahlwaage in einem dunklen Saal neigt sich unter einem Stapel Anleihe-Urkunden, während auf der leichteren Schale eine digitale Münze in rotem Licht liegt.
Stahlwaage mit Anleihe-Urkunden und digitaler Münze / KI-Symbolbild

Fed hält still, droht aber mit Zinserhöhung – Bitcoin kämpft um die 80.000-Dollar-Marke

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Die US-Notenbank hat die Leitzinsen am Mittwochabend wie erwartet nicht angetastet – doch Entwarnung gab sie nicht. Zwei Mitglieder stimmten sogar für eine Erhöhung, und Fed-Chef Kevin Warsh ließ den Dezember ausdrücklich offen. Bitcoin reagierte kaum, rutschte in der Nacht aber zeitweise wieder unter 80.000 US-Dollar.

Bitcoin und Co. am Morgen

Laut CoinGecko kostete Bitcoin am 29. Oktober gegen 7:07 Uhr Berliner Zeit rund 80.164 US-Dollar, umgerechnet etwa 71.980 Euro – ein Minus von rund 0,8 Prozent binnen 24 Stunden. Ethereum lag bei etwa 2.321 Dollar (−1,2 Prozent), XRP bei 1,30 Dollar (−2,0 Prozent) und Solana bei rund 100 Dollar (−1,5 Prozent). Die Angaben sind Momentaufnahmen und können sich schnell ändern.

Nach Angaben von Proactive Investors war Bitcoin im Tagesverlauf bis auf 81.674 Dollar gestiegen und fiel in der Nacht bis auf 79.644 Dollar. Auf Wochensicht steht damit ein Minus von rund fünf Prozent; der traditionell starke Oktober ist erneut ausgeblieben.

Fed hält still – zwei Stimmen für mehr

Die Fed beließ das Zielband für den Leitzins bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Die Entscheidung fiel mit 10 zu 2 Stimmen: Gouverneurin Lisa Cook und Beth Hammack, Präsidentin der Fed von Cleveland, wollten den Zins laut Decrypt um einen Viertelprozentpunkt anheben. Erst im September hatte die Fed die Zinsen erstmals seit 2023 erhöht.

In ihrer Erklärung beschreibt die Notenbank die Wirtschaft als stark, die Inflation aber als „erhöht“. Die Verbraucherpreise stiegen laut Decrypt in den zwölf Monaten bis September um 3,7 Prozent – getrieben auch vom teuren Öl. Warsh sagte laut Cointelegraph, die Amerikaner kämpften „seit fast sechs Jahren“ mit einer Inflation über dem Ziel: „Es ist unsere Verantwortung, die Inflation zu senken.“ Ob im Dezember erhöht wird, wollte er nicht sagen – bis zur nächsten Sitzung könne „viel passieren“. Die Zitate sind eigene Übersetzungen aus dem Englischen.

Warum steigende Anleiherenditen Bitcoin bremsen

Direkt nach der Entscheidung kletterte Bitcoin nur um rund 0,2 Prozent auf etwa 80.950 Dollar, berichtet Decrypt; während Warshs Pressekonferenz waren es laut CoinDesk zeitweise 81.100 Dollar. Gleichzeitig stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen laut CoinDesk auf 5,025 Prozent. Das ist der Kern des Problems: Bitcoin wirft keine Zinsen ab, während sichere Staatsanleihen derzeit mehr als fünf Prozent bringen.

„Die Märkte hatten die Zinspause eingepreist, aber nicht den harten Ton“, sagte Iggy Ioppe, Anlagechef der Tokenisierungsplattform Theo, gegenüber Cointelegraph. Laut CME FedWatch – einem Werkzeug, das aus Zins-Terminkontrakten Wahrscheinlichkeiten ableitet – lag die Chance auf eine Erhöhung im Dezember am Mittwoch bei 78,4 Prozent. Zusätzlich fehlt Rückenwind von den Spot-Bitcoin-ETFs: Proactive Investors zufolge verzeichneten sie im Oktober deutliche Abflüsse, nachdem im September noch Milliarden hineingeflossen waren.

Was Anleger jetzt im Blick behalten sollten

Schon am heutigen Donnerstag stehen laut Cointelegraph die PCE-Inflationsdaten an – die von der Fed besonders beachtete Preiskennzahl – dazu Quartalszahlen großer US-Tech-Konzerne. Danach folgen der Arbeitsmarktbericht am 6. November und die Oktober-Inflation am 10. November, bevor die Fed am 8. und 9. Dezember erneut tagt.

Charttechnisch gilt die Marke von 80.000 Dollar als Bewährungsprobe. Proactive Investors sieht bei einem nachhaltigen Bruch Unterstützung um 78.000 bis 79.000 Dollar; nach oben müsste Bitcoin 81.500 bis 82.000 Dollar überwinden, damit sich das Bild aufhellt. Für Anleger heißt das: Solange heiße Inflationsdaten eine weitere Zinserhöhung wahrscheinlicher machen, dürfte der Spielraum nach oben begrenzt bleiben.

Quellen: Decrypt, CoinDesk, CoinDesk Live-Ticker, Cointelegraph, Proactive Investors, Federal Reserve (Pressekonferenz-Transkript), CoinGecko

Keine Anlageberatung.

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