Mehrere Menschen passieren unterschiedlich stark ausgelastete Zugangsschranken
Warteschlangen an Zugangsschranken / KI-Symbolbild

Netzwerkgebühren einfach erklärt – warum Bitcoin und Ethereum unterschiedlich kosten

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Der Bitcoin-Kurs kann unverändert bleiben und eine Überweisung trotzdem plötzlich mehr kosten. Auf Ethereum ist sogar ein gescheiterter Vorgang nicht immer kostenlos. Wer nur auf den Preis eines Coins schaut, übersieht die Kosten des Netzwerks. Für kleine Beträge können diese Gebühren den Unterschied zwischen einer sinnvollen und einer unwirtschaftlichen Transaktion ausmachen.

Bei Bitcoin konkurrieren Transaktionen um Platz

Jeder Bitcoin-Block hat begrenzten Platz. Wenn viele Nutzer gleichzeitig Geld verschicken, konkurrieren ihre Transaktionen um Aufnahme. Die Gebühr ist ein Anreiz für Miner, eine Zahlung auszuwählen. Sie richtet sich nicht einfach nach dem Euro-Wert der Überweisung. Entscheidend ist auch, wie viel Platz die Transaktion im Block benötigt und welche Gebühr pro Datenmenge angeboten wird.

Darum kann eine kleine Zahlung teurer sein als erwartet, wenn sie technisch aus mehreren früheren Eingängen zusammengesetzt wird. Viele Wallets schätzen die nötige Gebühr automatisch. Wer eine niedrigere Gebühr wählt, spart möglicherweise Geld, muss aber mit einer längeren Wartezeit rechnen. Eine hohe Gebühr garantiert umgekehrt keinen exakt vorhersehbaren Bestätigungszeitpunkt.

Ethereum rechnet in Gas

Auf Ethereum benötigen Überweisungen und Smart-Contract-Aktionen Rechen- und Speicherressourcen. Diese Arbeit wird in Gaseinheiten gemessen. Die tatsächliche Gebühr ergibt sich vereinfacht aus verbrauchtem Gas mal Gaspreis. Sie wird in ETH bezahlt, auch wenn der Nutzer einen anderen Token verschiebt. Komplexe Aktionen wie Token-Tausch oder die Nutzung einer Kreditplattform benötigen meist mehr Gas als eine einfache ETH-Überweisung.

Der Gaspreis schwankt mit der Auslastung. Zum Gebührenmodell gehören eine vom Netzwerk bestimmte Grundgebühr und ein zusätzlicher Betrag, mit dem Nutzer die bevorzugte Aufnahme beeinflussen können. Wallets zeigen vor der Freigabe eine Schätzung. Der Endbetrag kann davon abweichen, weil der tatsächliche Ressourcenverbrauch erst nach Ausführung feststeht.

Auch ein Fehler kann Geld kosten

Scheitert ein Smart-Contract-Aufruf, haben die beteiligten Rechner oft bereits Arbeit geleistet. Das verbrauchte Gas wird daher normalerweise trotzdem berechnet. Eine falsch konfigurierte Transaktion kann also Gebühren kosten, obwohl keine Token getauscht wurden. Anleger sollten vor dem Bestätigen Netzwerk, Token, Empfänger und voraussichtliche Kosten kontrollieren. Eine ungewöhnlich teure Wallet-Anzeige ist ein Signal zum Innehalten.

Hinzu kommen Gebühren des Dienstleisters. Eine Kryptobörse kann für Auszahlungen einen eigenen Betrag verlangen, der nicht identisch mit der aktuellen Netzwerkgebühr ist. Bei einem Kauf oder Verkauf können außerdem Handelsgebühren und eine Spanne zwischen An- und Verkaufskurs anfallen. Für einen fairen Vergleich muss der Anleger alle Kosten bis zum endgültigen Ziel seiner Coins betrachten.

Ein praktisches Beispiel zeigt den Effekt. Wer Token im Wert von 30 Euro kauft und 12 Euro für die Übertragung und weitere 8 Euro für einen Tausch zahlt, verliert schon vor jeder Kursbewegung einen großen Teil des Einsatzes. Bei Kleinanlagen ist es deshalb sinnvoll, Kosten vorab zu überschlagen und nicht jede geringe Positionsänderung sofort auf der Blockchain umzusetzen.

Günstige Gebühren sind kein Selbstzweck. Ein anderes Netzwerk kann zwar weniger kosten, verlangt aber eine kompatible Empfangsadresse und bringt eigene technische Risiken mit. Anfänger fahren meist besser, wenn sie zunächst die gewählte Blockchain verstehen und vor jeder Bestätigung den gesamten Betrag in Euro prüfen. So bleibt die Kostenfrage Teil der Anlageentscheidung statt einer Überraschung nach dem Klick.


Quellen

Disclaimer

Keine Anlageberatung: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Kryptowährungen und damit verbundene Produkte können erhebliche Verluste verursachen.

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