Eine schwere Tresortür in einer Marmor-Bankhalle steht offen, dahinter leuchten digitale Münzen in grünem Licht, davor liegt ein rotes Siegel auf einem Sockel.
Geöffneter Banktresor mit digitalen Token und Siegel / KI-Symbolbild

Ripple bekommt eigene US-Treuhandbank – was die Bankenaufsicht für XRP-Anleger bedeutet

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Ripple darf in den USA eine eigene Bank betreiben. Die Bankenaufsicht OCC – die US-Behörde, die landesweit tätige Banken zulässt und überwacht – hat der Ripple National Trust Bank die endgültige Genehmigung erteilt. Das gab Ripple-Chef Brad Garlinghouse am Montagabend US-Zeit auf X bekannt. Damit ist eines der bekanntesten Krypto-Unternehmen nun Teil des regulierten US-Bankensystems.

Vom Antrag zur Lizenz in gut 15 Monaten

Ripple hatte die Banklizenz im Juli 2025 beantragt. Im Dezember 2025 folgte eine Zusage unter Auflagen, jetzt die endgültige Genehmigung. „Seit Jahren sagen wir, dass Krypto und Banken besser zusammen funktionieren. Die endgültige Genehmigung für die Ripple National Trust Bank zeigt, wie das in der Praxis aussieht“, erklärte Garlinghouse laut Mitteilung des Unternehmens.

Ripple ist damit nicht allein: Der Stablecoin-Anbieter Circle erhielt seine endgültige OCC-Genehmigung bereits im Juli. Coinbase, Crypto.com und Bridge, eine Tochter des Zahlungsdienstleisters Stripe, haben bislang nur Zusagen unter Auflagen.

Was die neue Bank macht – und was nicht

Im Mittelpunkt steht RLUSD, Ripples eigener Stablecoin – also eine Kryptowährung, deren Wert fest an den US-Dollar gekoppelt ist. Die neue Treuhandbank soll die Reserven verwalten, die hinter RLUSD stehen, und diese treuhänderisch für die Inhaber halten. Außerdem darf sie digitale Vermögenswerte für institutionelle Kunden verwahren.

RLUSD ist seit Dezember 2024 auf dem Markt und kommt laut CoinDesk inzwischen auf einen Marktwert von rund 2,5 Milliarden Dollar. Gedeckt ist der Stablecoin durch Dollar-Einlagen, US-Staatsanleihen und andere bargeldnahe Anlagen; den Großteil der Reserven verwahrt die US-Großbank BNY. Herausgegeben wird RLUSD weiterhin von Ripples Tochter Standard Custody & Trust Company, die von der New Yorker Finanzaufsicht kontrolliert wird. Neu ist also vor allem eine zusätzliche Aufsichtsebene auf Bundesebene.

Wichtig für die Einordnung: Eine nationale Treuhandbank ist keine gewöhnliche Geschäftsbank. Laut OCC nehmen die meisten dieser Institute keine Einlagen an, vergeben keine Kredite und sind nicht über die US-Einlagensicherung FDIC abgesichert.

Was das für Anleger bedeutet

Für den Kryptomarkt ist die Genehmigung vor allem ein Signal: Die US-Aufsicht holt große Krypto-Firmen schrittweise ins regulierte Finanzsystem, statt sie auszugrenzen. Ebenfalls am Montag rief die OCC kleinere Regionalbanken dazu auf, selbst ins Geschäft mit Stablecoin-Zahlungen einzusteigen. Ripple kündigte an, eng mit den Behörden zusammenzuarbeiten, während die USA ihre neuen Stablecoin-Regeln aus dem GENIUS Act – dem US-Gesetz für Dollar-Stablecoins – umsetzen.

Direkt betrifft die Banklizenz allerdings RLUSD und das Verwahrgeschäft, nicht die Kryptowährung XRP. Ripple nutzt XRP zwar für grenzüberschreitende Zahlungen, die Bank ändert an Angebot und Nachfrage des Coins aber zunächst nichts. Entsprechend verhalten fiel die Reaktion aus: XRP kostete laut CoinGecko am Dienstagmorgen (7:03 Uhr Berliner Zeit) rund 1,30 Dollar beziehungsweise 1,16 Euro, ein Plus von etwa 0,7 Prozent in Dollar gegenüber dem Vortag. Bitcoin notierte bei rund 79.800 Dollar (71.460 Euro) und damit leicht im Minus, der gesamte Kryptomarkt verlor binnen 24 Stunden knapp 1,8 Prozent an Wert.

Worauf es jetzt ankommt

Spannend wird, ob die Bankstruktur Großkunden wie Vermögensverwalter und Konzerne tatsächlich dazu bringt, RLUSD stärker zu nutzen. Mit rund 2,5 Milliarden Dollar ist der Stablecoin im Vergleich zu den Marktführern noch klein. Kurzfristig dürfte zudem die Zinsentscheidung der Fed am Mittwoch den gesamten Kryptomarkt stärker bewegen als einzelne Unternehmensnachrichten. Eine Banklizenz ist ein Vertrauensbeweis für das Unternehmen, aber kein Kaufsignal für XRP.


Quellen

Disclaimer

Keine Anlageberatung: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Kryptowährungen können erhebliche Verluste verursachen.

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