Eine App wirbt mit null Euro Handelsgebühr. Wer direkt nach dem Kauf denselben Coin wieder verkaufen wollte, bekäme trotzdem oft weniger Geld zurück. Ein Grund ist der Spread, also der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Dieser Kostenfaktor ist besonders bei kleinen Beträgen wichtig, weil er schon vor jeder Marktbewegung wirkt.
Zwei Preise statt eines einzigen Kurses
Am Handelsplatz gibt es Käufer, die bieten, und Verkäufer, die einen Preis verlangen. Der beste Kaufpreis und der beste Verkaufspreis sind normalerweise nicht identisch. Die Differenz heißt Geld-Brief-Spanne oder Spread. Je geringer die Liquidität und je höher die Unsicherheit, desto breiter kann sie werden. Ein veröffentlichter letzter Handel ist wiederum ein dritter Wert und nicht zwingend der Preis der nächsten eigenen Order.
In einer einfachen Kaufmaske kann der Anbieter einen eigenen Ausführungspreis anzeigen. Dort können Spread und weitere Kosten bereits eingerechnet sein. Eine zusätzlich sichtbare Gebühr ist daher nicht automatisch der gesamte Preis des Geschäfts. Die konkrete Zusammensetzung hängt von Plattform und Orderart ab.
Ein kleines Rechenbeispiel
Ein Coin wird für 100 Euro zum Kauf angeboten, der sofortige Verkauf wäre nur zu 98 Euro möglich. Die Differenz von zwei Euro entspricht bei diesem Beispiel zwei Prozent des Kaufpreises. Wird für den Kauf und Verkauf zusätzlich jeweils eine Gebühr berechnet, ist die Belastung höher. Damit die Position überhaupt Gewinn zeigt, müsste der erzielbare Verkaufskurs erst über die gesamten Einstiegskosten steigen.
Die Zahlen sind nur ein Beispiel. In einem echten Markt verändern sich Kurse fortlaufend. Ein Spread kann sich in ruhigen Phasen verengen und bei Nachrichten oder geringer Handelsaktivität ausweiten. Bei sehr kleinen Token kommt oft Kursrutsch durch eine größere Order hinzu. Spread und sogenannte Slippage sind verwandt, aber nicht identisch.
So vergleichen Anfänger Angebote
Vor der Bestätigung sollte der Anleger den tatsächlich zu zahlenden Euro-Betrag und die erhaltene Coin-Menge prüfen. Ein Vergleich zwischen mehreren seriösen Handelsplätzen ist nur sinnvoll, wenn derselbe Zeitpunkt, dasselbe Handelspaar und alle Gebühren berücksichtigt werden. Auch Auszahlungsgebühren können relevant sein, falls die Coins später in eine eigene Wallet sollen.
Häufige kleine Käufe und Verkäufe können Kosten aufbauen, selbst wenn der Kurs seitwärts läuft. Wer einen Sparplan nutzt, sollte daher nicht nur die bequeme automatische Ausführung bewerten, sondern auch den zugrunde liegenden Kurs und die Gebühren. Das gilt ebenso für Umtauschfunktionen in Wallets.
Eine Gratis-Werbung ersetzt keine Preisprüfung. Der wichtigste Wert steht in der konkreten Ordervorschau. Anleger sollten ausrechnen, wie viele Coins sie netto für ihre Euro bekommen und zu welchem Kurs sie dieselbe Menge wieder verkaufen könnten. Erst dann wird aus einer Werbeaussage ein belastbarer Kostenvergleich.
Quellen
Disclaimer
Keine Anlageberatung: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Kryptowährungen können erhebliche Verluste verursachen.


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