Beim ersten Kryptokauf wirken Coin und Token oft wie austauschbare Wörter. Die Unterschiede zeigen sich spätestens dann, wenn Anleger eine Wallet einrichten oder Geld versenden. Bitcoin läuft auf seinem eigenen Netzwerk. Viele andere digitale Vermögenswerte werden dagegen als Token auf einer bestehenden Blockchain ausgegeben. Wer das verwechselt, kann Kosten und Risiken falsch einschätzen.
Ein Coin gehört zum eigenen Netzwerk
Bitcoin ist die native Einheit des Bitcoin-Netzwerks. Ether, kurz ETH, erfüllt diese Rolle auf Ethereum. Solche Einheiten werden für grundlegende Funktionen der jeweiligen Blockchain gebraucht. Auf Ethereum werden etwa Netzwerkgebühren in ETH bezahlt. Das gilt auch dann, wenn jemand einen ganz anderen Token verschickt.
Das Wort Coin ist allerdings keine streng geschützte technische Kategorie. Börsen und Projekte verwenden es teils auch als Sammelbegriff. Für Anleger zählt deshalb die praktische Frage, auf welchem Netzwerk die Einheit existiert und ob sie dessen native Währung ist. Ein hübsches Coin-Symbol in einer App beantwortet das nicht.
Token nutzen eine vorhandene Infrastruktur
Auf Ethereum können Entwickler mithilfe von Smart Contracts eigene Token ausgeben. Der verbreitete Standard ERC-20 regelt unter anderem Übertragungen, Guthaben und Freigaben. Ein Token kann eine Zahlungseinheit, ein Nutzungsrecht oder einen Anspruch abbilden. Die technische Bezeichnung sagt nichts darüber aus, ob dieser Anspruch rechtlich durchsetzbar oder wirtschaftlich wertvoll ist.
Ein Token kann außerdem auf mehreren Netzwerken vorkommen. Gleiche Namen oder Kürzel garantieren dabei keine identische Ausgabe. Bei einer Übertragung müssen das Netzwerk, der konkrete Token-Vertrag und die Empfangsadresse zusammenpassen. Wer nur auf den Namen blickt, riskiert eine Fehlüberweisung oder den Kauf einer Fälschung.
Warum der Unterschied Geld kosten kann
Ein Anleger kauft beispielsweise einen Ethereum-Token für 40 Euro. Möchte er ihn später aus einer eigenen Wallet versenden, benötigt er für die Transaktion zusätzlich ETH auf demselben Netzwerk. Fehlt dieses Guthaben, kann der Token vorerst nicht bewegt werden. Gebühren und technische Voraussetzungen gehören daher schon vor dem Kauf zur Kalkulation.
Auch bei der Sicherheit unterscheiden sich die Ebenen. Ein Coin hängt direkt von seinem Netzwerk ab. Bei einem Token treten der Smart Contract und häufig ein Herausgeber hinzu. Fehler im Vertrag, weitreichende Verwaltungsrechte oder schwache Reserven können den Wert gefährden, obwohl die zugrunde liegende Blockchain funktioniert.
Für den Einstieg reichen drei Kontrollen. Welches Netzwerk wird genutzt, wer hat den Token ausgegeben und welche Einheit bezahlt die Gebühren? Danach lohnt ein Blick auf Vertragsadresse, Angebotsmenge und tatsächlichen Nutzen. Coin oder Token ist kein Kaufsignal, aber eine wichtige Grundlage für einen sicheren Umgang mit Kryptoanlagen.
Quellen
Disclaimer
Keine Anlageberatung: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Kryptowährungen können erhebliche Verluste verursachen.


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