Neoklassische Bankfassade bei Nacht: geschlossene dunkle Türen hinter weißen Säulen, warm beleuchtete Laternen und nasse Steinstufen.
Geschlossene Bankfassade mit Säulen bei Nacht / KI-Symbolbild

FinCEN ordnet Verbot von Geldtransfers mit Kryptobörse MEXC an

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Die US-Geldwäschebehörde FinCEN hat am Freitag, 6. November, ein Verbot von Geldtransfers zwischen US-Finanzinstituten und der Kryptobörse MEXC Global angeordnet. Das Verbot gilt nicht sofort: Es wird 30 Tage nach Veröffentlichung im Federal Register, dem US-Amtsblatt, wirksam. Die veröffentlichte FinCEN-Fassung enthält dafür noch keinen Kalendertag.

Was genau angeordnet wurde

Die Maßnahme gehört zur Operation „Economic Outcast“ des US-Finanzministeriums. FinCEN stuft MEXC als Finanzinstitut mit besonderem Geldwäscherisiko im Zusammenhang mit illegalen russischen Finanzgeschäften ein. Rechtsgrundlage ist Abschnitt 9714(a) des Combating Russian Money Laundering Act. Es handelt sich um eine erlassene Anordnung, nicht lediglich um einen Vorschlag zur öffentlichen Konsultation.

Die erfassten US-Finanzinstitute dürfen nach Inkrafttreten keine Gelder an MEXC senden oder von dort empfangen. Das schließt nach der Definition der Anordnung Kryptowährungen ein. Auf der MEXC-Seite erfasst sie auch Tochtergesellschaften, Niederlassungen und Nachfolgeunternehmen außerhalb der USA. Sie ist damit mehr als eine Einschränkung einzelner Korrespondenzbankkonten, aber kein weltweit geltendes Verbot jeder Nutzung der Börse.

Der öffentlich zugängliche FinCEN-Text bezeichnet seine Veröffentlichung im Federal Register noch als ausstehend. Auch eine Abfrage der veröffentlichten Federal-Register-Dokumente am Samstagabend lieferte keinen MEXC-Treffer. Ein konkretes Inkrafttretensdatum lässt sich deshalb derzeit nicht belastbar nennen. Bestehende Geldwäsche- und OFAC-Sanktionspflichten bleiben unabhängig davon in Kraft; die Anordnung ist nicht mit einer neuen OFAC-Vermögenssperre gleichzusetzen.

Was die Behörde MEXC vorwirft

Laut US-Finanzministerium hat MEXC zwischen Mai 2021 und Mai 2026 Transaktionen von mindestens 16 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit Sanktionsumgehung, Cyberkriminalität und anderen illegalen Aktivitäten ermöglicht. Die Behörde nennt Bezüge zu Iran, Nordkorea und Russland. Die Summe ist ihre Bewertung verknüpfter Geldbewegungen – weder der gesamte Börsenumsatz noch ein bezifferter Schaden für Kunden.

Zu den von Treasury genannten Vorgängen gehören fast 1,5 Milliarden Dollar mit Bezug zu russischer Sanktionsumgehung, darunter 232 Millionen Dollar direkte Transaktionen mit sanktionierten Akteuren. Außerdem nennt das Ministerium rund eine Milliarde Dollar direkte Transaktionen mit mehr als 40 iranischen Kryptobörsen sowie etwa 22 Millionen Dollar für die iranische Zentralbank und die Revolutionsgarde samt Qods Force. Diese Teilbeträge dürfen nicht ohne Weiteres addiert werden. Es handelt sich um Feststellungen und Vorwürfe der Behörden, nicht um ein hier nachgewiesenes gerichtliches Strafurteil.

MEXC reagiert

MEXC erklärte in einer öffentlichen Stellungnahme, die Anordnung gemeinsam mit Rechts- und Compliance-Teams zu prüfen. Die Börse wolle konstruktiv mit FinCEN zusammenarbeiten und habe eine unabhängige Prüfung ihrer Geldwäsche- und Sanktionskontrollen begonnen. Nach eigener Aussage läuft der Betrieb normal und sind Kundenguthaben sicher. Eine unabhängige Bestätigung dieser Zusicherungen liegt diesem Bericht nicht vor.

Bitcoin bei rund 76.000 Dollar

Bitcoin kostete am Samstagabend laut CoinGecko 75.737 Dollar beziehungsweise 67.948 Euro. In der rollierenden 24-Stunden-Betrachtung waren das plus 0,13 Prozent in Dollar und plus 0,09 Prozent in Euro. Ether lag bei 2.232,33 Dollar (+0,30 Prozent), Solana bei 89,59 Dollar (−0,50 Prozent), XRP bei 1,16 Dollar (−1,82 Prozent) und Cardano bei 0,181445 Dollar (−2,90 Prozent). Datenzeitpunkt dieser aggregierten Marktpreise: 7. November 2026, 20:20:44 Uhr MEZ (Berlin); Abruf 20:21:05 Uhr MEZ. Die Veränderungen beziehen sich auf die jeweiligen Dollarpreise, sofern nicht anders angegeben.

Zum weiteren Marktumfeld gehören die am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten: Nach Angaben des Bureau of Labor Statistics entstanden im Oktober 165.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft, die Arbeitslosenquote lag bei 4,1 Prozent. Für die letzte abgeschlossene US-Handelssitzung am Freitag, 6. November, verzeichneten die US-Bitcoin-ETFs nach Farside Investors Nettoabflüsse von 411,9 Millionen Dollar. Am Donnerstag waren es 430,2 Millionen Dollar gewesen. Die MEXC-Nachricht allein erklärt den Kursverlauf nicht.

Was Nutzer beachten sollten

Die Anordnung betrifft unmittelbar die erfassten US-Finanzinstitute und ihre Transfers mit MEXC. Welche Folgen sie für einzelne Zahlungswege und Kunden außerhalb der USA hat, hängt von beteiligten Dienstleistern und weiteren Regeln ab. Aus dem Rechtsakt allein folgt weder eine sofortige weltweite Kontensperre noch der Nachweis von Auszahlungsproblemen. Entscheidend sind nun die amtliche Veröffentlichung, der daraus folgende Fristbeginn und konkrete Mitteilungen der beteiligten Anbieter.

Quellen

Keine Anlageberatung: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Kryptowährungen dar.

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