Bitcoin ist zum Ende einer verlustreichen Woche zeitweise auf den tiefsten Stand seit vier Monaten gefallen. Am Freitagmorgen rutschte die größte Kryptowährung bis auf 61.117 US-Dollar ab. Ether markierte bei 1.627 Dollar ein Jahrestief, während Solana mit 63,84 Dollar den niedrigsten Stand seit rund zweieinhalb Jahren erreichte.
Bis gegen 10:20 Uhr MESZ erholten sich die Kurse etwas. Laut CoinGecko notierte Bitcoin wieder bei rund 62.650 Dollar, Ether bei etwa 1.665 Dollar und Solana bei 65,65 Dollar. Entwarnung bedeutet diese Gegenbewegung jedoch nicht: Vor allem Ether und Solana bleiben auf 24-Stunden-Sicht deutlich im Minus.
Iran-Krieg und ETF-Abflüsse belasten
Digitale Vermögenswerte leiden derzeit unter einer ausgeprägten Risikoaversion. Die Unsicherheit über den Iran-Krieg lässt Anleger vorsichtiger werden. Gleichzeitig ziehen Investoren weiter Kapital aus börsengehandelten Kryptofonds ab. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten zuletzt eine Rekordserie von 13 Handelstagen mit Nettoabflüssen. Seit Mitte Mai summierten sich die Abflüsse laut SoSoValue-Daten auf rund 4,4 Milliarden Dollar.
Zusätzlichen psychologischen Druck erzeugte Strategy. Das Unternehmen meldete am Montag erstmals seit 2022 wieder einen Bitcoin-Verkauf. Nach dem bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Bericht veräußerte Strategy zwischen dem 26. und 31. Mai insgesamt 32 Bitcoin für 2,5 Millionen Dollar. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei 77.135 Dollar. Die Erlöse sollen Ausschüttungen auf Vorzugsaktien finanzieren.
Gemessen am Gesamtbestand von zuletzt 843.706 Bitcoin ist der Verkauf winzig. Für die Marktstimmung ist er dennoch bedeutsam, weil Strategy über Jahre als konsequentester institutioneller Bitcoin-Käufer galt.
US-Arbeitsmarktbericht wird zum nächsten Test
Auch das Zinsumfeld belastet. Robuste US-Konjunkturdaten haben die Erwartung verstärkt, dass die Federal Reserve länger restriktiv bleiben oder die Zinsen sogar wieder anheben könnte. Höhere Zinsen machen unverzinste und stark schwankende Anlagen wie Kryptowährungen weniger attraktiv.
Der nächste wichtige Impuls folgt am Freitagnachmittag. Das US Bureau of Labor Statistics veröffentlicht den Arbeitsmarktbericht für Mai um 8:30 Uhr US-Ostküstenzeit, entsprechend 14:30 Uhr MESZ. Starke Beschäftigungs- und Lohndaten könnten die Zinssorgen weiter anfachen. Schwächere Zahlen könnten dagegen eine kurzfristige Erholung bei Bitcoin und Altcoins auslösen.
Bis dahin bleibt die Lage fragil. Die leichte Erholung von den Tagestiefs zeigt zwar, dass Käufer im Bereich um 61.000 Dollar auftreten. Ob daraus mehr als eine technische Gegenbewegung wird, hängt jedoch von den ETF-Strömen, der geopolitischen Lage und der Reaktion der Zinsmärkte auf die neuen US-Daten ab.
Quellen
- CoinGecko, Marktdaten vom 5. Juni 2026 gegen 10:20 Uhr MESZ
- U.S. Securities and Exchange Commission, Strategy Form 8-K vom 1. Juni 2026
- U.S. Bureau of Labor Statistics, Termin des US-Arbeitsmarktberichts
- Farside Investors und SoSoValue, Daten zu den ETF-Kapitalströmen
Disclaimer
Keine Anlageberatung: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Finanz-, Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Kryptowährungen unterliegen starken Kursschwankungen; ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.


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