Leere Wahlkabinen mit Vorhängen stehen in einer dunklen Turnhalle, beleuchtet von rotem und grünem Licht einer großen Anzeigetafel, auf dem Boden liegen verstreute Stimmzettel.
Wahlkabinen in nächtlicher Turnhalle unter rotem und grünem Licht / KI-Symbolbild

US-Wahltag: Bitcoin rutscht unter 77.000 Dollar – Chip-Ausverkauf und ETF-Abflüsse belasten

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Am Tag der US-Zwischenwahlen startet der Kryptomarkt mit Verlusten: Bitcoin ist in der Nacht unter die Marke von 77.000 Dollar gerutscht und hat damit die Erholung vom Montag wieder abgegeben. Laut CoinGecko kostete ein Bitcoin am Dienstagvormittag gegen 9:40 Uhr (Berliner Zeit) rund 76.460 Dollar beziehungsweise etwa 68.300 Euro – ein Minus von rund 2,3 Prozent binnen 24 Stunden. Das ist laut Investing.com der tiefste Stand seit Anfang September.

Auch Ether und Solana geben nach

Die anderen großen Kryptowährungen folgten dem Abwärtstrend. Ether notierte laut CoinGecko bei rund 2.250 Dollar (etwa minus 2 Prozent), Solana fiel um rund 3 Prozent auf etwa 92 Dollar. XRP hielt sich mit rund 1,25 Dollar nahezu stabil. Nach Angaben von CoinDesk traf es den Privatsphäre-Coin Zcash mit einem Minus von fast 10 Prozent am stärksten, BNB, die hauseigene Kryptowährung von Binance, fiel unter 700 Dollar.

Chipwerte ziehen Technologiebörsen nach unten

Der Auslöser kam diesmal nicht aus der Kryptobranche, sondern von der Wall Street. Ein Index der US-Chiphersteller hat laut CoinDesk in drei Handelstagen rund 12 Prozent verloren, der Nasdaq 100 liegt inzwischen 10 Prozent unter seinem Hoch und damit in einer Korrektur. In Asien rutschte der südkoreanische Kospi um mehr als 3 Prozent ab. Bitcoin bewegt sich derzeit eng im Gleichschritt mit Technologieaktien – fallen diese, gerät auch die größte Kryptowährung unter Druck.

Dazu kommt Zurückhaltung großer Anleger: Aus den US-Bitcoin-ETFs flossen am 30. Oktober nach Daten von SoSoValue rund 643 Millionen Dollar ab – der größte Tagesabfluss seit Juni. Am Montag, dem 2. November, folgten laut Bitbase weitere rund 399 Millionen Dollar. Auch die Folgen des Milliarden-Hacks bei Binance wirken nach. Laut CoinDesk hat die Börse rund die Hälfte der Bitcoin aus ihrem Notfallfonds für Kunden (SAFU) aufgebraucht; der Fonds ist nur noch etwa 580 Millionen Dollar wert. Binance hat angekündigt, ihn wieder auf rund eine Milliarde Dollar aufzufüllen, aber keinen Zeitplan genannt.

Was die Wahl für Krypto bedeutet

Gewählt werden das gesamte Repräsentantenhaus und ein Teil des Senats. Anders als 2024 ändern sich weder Präsident noch die Spitzen der Aufsichtsbehörden. Entscheidend ist laut CoinDesk vor allem, ob die Demokraten eine oder beide Kammern gewinnen: Dann könnten Krypto-Gesetze wie der Clarity Act, der die Zuständigkeiten der Aufsicht für Kryptomärkte regeln soll, ins Stocken geraten. Die Branche hat sich den Wahlkampf einiges kosten lassen – nach CoinDesk-Angaben mehr als 170 Millionen Dollar, überwiegend über die Lobbygruppe Fairshake und verbundene Organisationen.

Die Terminmärkte rechnen mit unruhigen, aber kurzen Tagen. Bei Bitcoin-Optionen, die am 4. November auslaufen, liegt die implizite Volatilität – also die vom Markt erwartete Schwankungsbreite – laut CoinDesk bei rund 43,5 Prozent, bei späteren Laufzeiten nur bei etwa 36 Prozent. Händler sichern sich also gezielt gegen heftige Ausschläge rund um die Wahlnacht ab.

Was Anleger jetzt wissen sollten

Erste Ergebnisse werden in der Nacht zu Mittwoch erwartet. Kurzfristig dürften die Kurse empfindlich auf Hochrechnungen reagieren, in beide Richtungen. Historisch haben sich Bitcoin und der S&P 500 nach Zwischenwahlen eher gut entwickelt, wie CoinDesk unter Berufung auf CoinGlass-Daten schreibt – eine Garantie ist das nicht. Wichtiger als die Wahlnacht dürfte mittelfristig sein, ob sich die Technologieaktien fangen und die ETF-Abflüsse wieder drehen. Wer investieren will, sollte nicht auf einen einzigen Wahlabend setzen, sondern lieber gestaffelt und mit Beträgen, deren Schwankung er aushalten kann.

Quellen

Keine Anlageberatung: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig, ein Totalverlust ist möglich.

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